Tagung 2019

Der sogenannte Cappenberger Barbarossakopf gilt seit langem
als ein Bildnis des Stauferkaisers Friedrich I. Barbarossa
(1122–1190).

Die Tagung sollte neues Licht auf die Gründung Cappenbergs und seine Bedeutung für die Ausbreitung des Prämonstratenser-Ordens, auf die Repräsentationsbedürfnisse der gräflichen Stifter und auf Entstehung sowie Funktion des Cappenberger Kopfes werfen.

Die bisher unveröffentlichte Ergebnisse einer materialtechnischen Untersuchung des Barbarossakopfes von 1977/78 legten nahe, den Entstehungskontext des Werkes neu zu bestimmen. Auf der Tagung gingen Historiker*innen daher folgenden Fragen nach: Welche Konsequenzen ergeben sich für das Verständnis des Kopfes und seiner liturgischen Funktion? Neben dem konsequenten Bezug auf das Objekt steht die historische Kontextualisierung der Gründung des Prämonstratenser-Klosters Cappenberg im Zentrum der Tagung: Sie ist Zeichen eines gesellschaftlichen Wandels, der um 1100 zur Entstehung neuer Formen des geistlichen und religiösen Lebens führte.

Welche Bedeutung hatte die Verbindung Gottfrieds von Cappenberg mit dem charismatischen Gründer des Prämonstratenser- Ordens, Norbert von Xanten? Welcher Zusammenhang bestand zwischen Herrschergeschenk, Ausstattung des Stifts und Memoria des Kaisers sowie der gräflichen Stifter? Welchen Einfluss hatte die von Otto von Cappenberg übernommene Taufpatenschaft für Friedrich Barbarossa auf die Ausstattung des Stifts?
Inwieweit lenkten rezeptionsgeschichtliche Voraussetzungen die Identifikation des Cappenberger Kopfes mit dem Staufer?

Alle Mitwirkenden (© Claus Gerdel)

Tagungsband

Konzept-Studie Stiftskirche