Der Pate des Kaisers

Die Patenschaft

Ein Band so fest wie die Blutsverwandtschaft.

Einen Paten oder eine Patin zu haben, bedeutet heute für viele, den Kreis der Schenkenden bei Kommunion oder Konfirmation zu vergrößern. Überzeugte Gläubige übernehmen als Paten allerdings immer noch die Verpflichtung, neben den Eltern für die christliche Erziehung des Täuflings zu sorgen.Im Mittelalter wurden durch die Patenschaft noch engere Bande geknüpft. Sie kamen einer Blutsverwandtschaft gleich. Es entstanden gegenseitige Verpflichtungen zwischen Eltern, Täufling und Paten, die so bindend waren, dass Patenschaft zum beliebten Kitt für politische Bündnisse wurde.Herzog Friedrich II. von Schwaben jedenfalls verstärkte auf diese Weise die Beziehungen zwischen seiner Familie und dem entfernten Familienzweig in Cappenberg. Als tiefgläubiger Förderer eines noch jungen Reformordens berechtigte Otto von Cappenberg einerseits zu großen Hoffnungen. Gleichzeitig beruhte auf dem Band der Patenschaft die persönliche Nähe des Stifters Otto zur Person des Herrschers und der garantierte Zugang zum kaiserlichen Hof.

Die Taufe des kleinen Herzogsohnes Friedrich, des späteren Kaisers Friedrich I. Barbarossa. Links ist sein Pate Otto zu sehen, gegenüber einem Bischof mit Mitra, der die Taufe vornimmt. Die originale Silberschale befindet sich im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin.

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