PD Dr. Romedio Schmitz-Esser

Ertrunken und gekocht – Tod und Bestattung in der Stauferzeit
29. September 2016

1190 ertrank Kaiser Friedrich I. Barbarossa auf dem Dritten Kreuzzeug in einem Fluss in Kleinasien. Den Zeitgenossen galt der Tod durch Ertrinken als schlechtes Omen für den Kreuzzug und das jenseitige Schicksal des Kaisers. Zudem bedeutete der Tod in feindlichem Umfeld und sommerliche Hitze ganz pragmatische Schwierigkeiten: Wie konnte man nun den Kaiser ehrenvoll beisetzen? Man entschied sich, seinen Leichnam zu kochen, um zumindest die Knochen transportieren zu können. Der Vortrag beschreibt die Angst vor dem schlechten Tod und die Praxis des Leichenkochens im Kontext ihrer Zeit und Kultur und führt somit in das Themenfeld von Tod und Bestattung während der Stauferzeit ein.

PD Dr. Romedio Schmitz-Esser
Direktor des Deutschen
Studienzentrums in Venedig

Bayer-KullaPD Dr. Romedio Schmitz-Esser