2022 – Informationen

Fahrplan zum Barbarossa – Jubiläum 2022

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Wissenschaftlicher Beirat

 Prof. Dr. Gerd Althoff
Senior Professor, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Historisches Seminar, Raum 316, Domplatz 20-22, 48143 Münster, +49 251 14 28 90, +49 171 38 28 001, althofg@uni-muenster.de

 Prof. Dr. Michael Brandt
Direktor a.D., Dommuseum Hildesheim,31141 Hildesheim, Teichstr.5, +49 5121 12 892,
+49 171 2122244, mich.brandt@gmx.de

 Prof. Dr. Clemens Dölken OPraem
Prior und Pfarrer, Prämonstratenser Niederlassung Magdeburg, Leiter Hilfswerkes Subsidiaris, Vorstandsvorsitzender Europäische St.-Norbert-Stiftung, Professor für Christliche Sozialethik, Philosophisch-Theologische Hochschule SVD St. Augustin, Büchnerstraße 17,
39114 Magdeburg, +49 391 811 35 72, +49 177 85 20 468, clemens@abtei-hamborn.de

 Prof. Dr. Knut Görich (Vorsitzender)
Lehrstuhlinhaber für Geschichte des Früh- und Hochmittelalters, Ludwig-Maximilians-Universität München, Mittelalterliche Geschichte, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München, Besucheradresse: Historicum, Schellingstr. 12, Raum 224, +49 89 2180 5438,
+49 173 30 59 516, k.goerich@mg.fak09.uni-muenchen.de

 Prof. Dr. Jan Keupp
Lehrstuhlinhaber Mittelalterliche Geschichte III, Westfälische Wilhelms-Universität Münster,
Historisches Seminar, Domplatz 20-22, 48143 Münster, +49 251 83 24 336,
+49 1515 99 88 311, jan.keupp@uni-muenster.de,

 Altfried B. Kutsch OPraem
Pfarrer der Kath. Pfarrgemeinde St. Johannes Evangelist, Schloss Cappenberg 1,
59379 Selm-Cappenberg, +49 2306 50511, +49 176 25 57 57 59, altfried@abtei-hamborn.de

 Lothar Lambacher
Stellvertretender Direktor Kunstgewerbemuseum Berlin, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Postanschrift: Tiergartenstraße 6, 10785 Berlin, +49 30 26 64 24 302, l.lambacher@smb.spk-berlin.de

 Prof. Dr. Gerhard Lubich,
Historisches Institut, Lehrstuhlinhaber Geschichte des Früh- und Hochmittelalters und Historische Hilfswissenschaften, Ruhr-Universität Bochum, Universitätsstraße 150, Gebäude GA 4/42, 44801 Bochum, +49 234 32 22 648, gerhard.lubich@ruhr-uni-bochum.de

 Gregor Pahl OPraem.

Kath. Pfarramt St. Johannes Ev., Schloss Cappenberg 1, 59379 Selm-Cappenberg,
+49 2306 50 511 +49 175 19 38 706, gregor@abtei-hamborn.de

 Dipl.-Archivarin Hanneliese Palm
Institutsleiterin a.D., Kulturbetriebe der Stadt Dortmund, Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt, Stifterstraße 41, 59379 Selm-Bork, +49 2592, +49 175 44 85 279, +49 2592 75 07, palm.hanneliese@t-online.de

 Dr. Petra Marx
LWL-Museum für Kunst und Kultur, Westfälisches Landesmuseum, Sachgebietsleitung „Sammlung“, Wissenschaftliche Referentin/Kuratorin für die Kunst des Mittelalters, Domplatz 10, 48143 Münster, +49 251 59 07 218, petra.marx@lwl.org

 Dr. Philipp Reichling OPraem
Rundfunkbeauftragter der Kath. Kirche in NRW, WDR Köln, Kunsthistoriker mit Lehrauftrag, Ruhr-Universität Bochum, Vorstandsvorsitzender Stiftung Brennender Dornbusch“ Duisburg, Vorsitzender Kunstverein Bistum Essen, Abtei Hamborn, An der Abtei 4-6, 47166 Duisburg,  +49 203 57 890-214, +49 163 55 54 598, philipp@abtei-hamborn.de

 Prof. Dr. C. Ralf Schaltenbrand (stellvertretender Vorsitzender)
Scientific Course Committee, MSc in Pharmaceutical Medicine, Faculty of Medicine, University Duisburg-Essen, Stifterstraße 35, 59379 Selm-Bork, +49 2592 97 97 71, +49 170 28 32 223, ralf@schaltenbrand.de

 Prof. Dr. Heinrich Schulze Altcappenberg
Direktor a.D., Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Lünener Straße 300, 59379 Selm-Bork, +49 176 43 11 83 49, h.altcappenberg@web.de,

 Prof. Dr. Malte Thießen
Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte und apl. Prof. für Neuere und Neueste Geschichte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Karlstraße 33, 48147 Münster, +49 251 591 5701,
+40 176 72641931, malte.thiessen@lwl.org

Rotary Club Selm – Kaiser Barbarossa
Version 4.1, 14.04.2019

Beitrag aus dem Cappenberger Pfarrbrief 2018 zum Jubiläum 2022

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus….

Neben all den wohlbekannten und geliebten Gemeindeaktivitäten, zu denen wir auch unsere feierlichen Gottesdienste an Festtagen und, als jährliches Highlight, das Gottfriedfest im Januar zählen, gibt es in nicht allzu langer Zeit ein zu feierndes Jubiläum, dass wir in einem besonderen Rahmen begehen wollen. Mit einem besonderen Rahmen ist damit eben nicht „alljährlich“ gemeint, handelt es sich bei dem anstehenden Jubiläum, das wir feiern dürfen, immerhin um 900 Jahre Klostergründung durch Gottfried von Cappenberg! Welch schönes Ereignis und wunderbare Gelegenheit, diese Klostergründung in einem einmal ganz außergewöhnlichen Stil zu feiern. Die ersten Planungen zu einem ganz besonderen Gottfriedfest im Jahr 2022 haben inzwischen bereits begonnen (s. Grußwort von Pater Gregor und Beitrag von Hans-Ulrich Nordhaus in diesem Pfarrbrief) und ich glaube schon jetzt, dass sich die ganze Gemeinde darauf freuen kann.

Auch wenn man in Cappenberg einfach nur gut wohnen kann, ist es unbestritten, dass unser kleiner Heimatsort geschichtlich überaus bemerkenswert ist und immer wieder interessierte Touristen, Historiker und Kunsthistoriker hin zum Schloss und der Stiftskirche lockt. Neben den seit Jahren etablierten wechselnden Kunstausstellungen im Schloss (zur Zeit in der Kirche), wie auch Ausstellungen zum Freiherr vom und zum Stein gehören selbstverständlich auch das Kirchengebäude selbst und die darin enthaltenen Kunstgegenstände und –schätze zu den Dingen, die immer wieder gerne besichtigt werden. Das Mittelalter fasziniert, nicht zuletzt auch messbar an den vielen historischen Romanen, die zu Bestsellern geworden sind. Und auch in Cappenberg ging es vor 900 Jahren hoch her. In unserer so geschichtsträchtigen Kirche mit dem berühmten Chorgestühl und all den anderen sakralen Kunstschätzen findet sich neben der Tumba des von uns so verehrten heiligen Gottfrieds und seinen Reliquien auch noch ein ganz besonderes „Schätzchen“: der sogenannte Barbarossakopf, das Geschenk Barbarossas an seinen Patenonkel Otto, dem Bruder Gottfrieds. Mag auch der Kaiser Barbarossa selbst vielleicht nicht jedermanns Freund (gewesen) sein, so ist er doch von überaus wichtiger geschichtlicher Bedeutung für unser Land und dieser nicht allzu hohe, vergoldete Kopf somit eben auch aus (kunst-) historischer Sicht von beachtlicher überregionaler Bedeutung. Nicht umsonst kommen Besucher primär wegen dieses Barbarossakopfes nach Cappenberg.

Aus dem Besitz all dieser außergewöhnlichen mittelalterlichen Schätze erwächst aber auch ein gewisses Maß an Verantwortung. Verantwortung in dem Sinn, dass z.B. dieser überaus wichtige Kunstschatz Barbarossakopf vielleicht nicht nur in seinem gesicherten Eichentresor und ziemlich versteckt im Seitenschiff sein Dasein fristen sollte. Die Kirchengemeinde kann sich freuen, einen derartigen Gegenstand in ihrem Besitz zu haben. Und genau so kann sie sich meiner Meinung nach darüber freuen, dass sich Menschen gefunden haben, die diesen Schatz im Jahr 2022 in den Fokus nehmen möchte. Rund um den Kaiser Barbarossa und „seinen Kopf“ in Cappenberg wird es in der folgenden Zeit immer häufiger verschiedene vom Rotary Club Selm – Kaiser Barbarossa initiierte Aktivitäten geben, die alle letztendlich auf das große Ziel in 2022 hin ausgerichtet sind, den Festivitäten zum 900-jährigen Geburtstag Kaiser Barbarossas.

Zufällig hatte ich vor kurzem die Gelegenheit, im Rahmen der Kinderuni in der Dortmunder Reinoldikirche an einer Veranstaltung teilnehmen zu können, die sich in Ermangelung an Kindern an die anwesenden Lehramts- und Architekturstudenten wandte. Thema war: „Wie bringe ich Kindern anhand von Architektur und Kunst das Mittelalter näher.“

Frau Prof. Dr. Barbara Welzel vom Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft an der TU Dortmund eröffnete mir dabei einige sehr interessante Aspekte:

„Zeugnisse aus der damaligen mittelalterlichen Zeit sind fast ausschließlich sakrale Bauwerke und die darin enthaltenen sakralen Kunstgegenstände.“

Das hatte ich mir in der Form bisher noch nicht wirklich bewusst gemacht. Wie passend für unsere Stiftskirche dachte ich.

„Dabei können die meisten den Wert eines Denkmals(Kirchengebäude und sicherlich auch andere Gegenstände aus lang vergangener Zeit, an die man im Sinne eines Denkmals „denken“ könnte) nicht abschätzen, wobei nicht nur der materielle Wert gemeint ist, sondern vielmehr auch der Erfahrensschatz.“

Ja so mag es für den ein oder anderen von uns doch auch mit unseren Cappenberger Schätzen gehen, oder?

„Daraus erwächst insbesondere für die Kirchen eine Verantwortlichkeit, weil sie z.T. die einzigen Quellen für Informationen aus der vormodernen Vergangenheit sind. Kirchen sind neben ihrer bestehenden Funktion als Gotteshäuser somit auch stets Orte der Erinnerung, um sich als Gemeinschaft historisch zu verstehen. Das ist wichtig für die gesamte Gesellschaft, zum Verständnis warum man da steht wo man steht, warum man so denkt wie man denkt, so handelt wie man handelt. Das Wissen über die Vergangenheit ist somit auch wichtig zur Integration bisher fremder Mitmenschen, zum Verständnis vorangegangener Generationen, für das Wertschätzen des Anderen, für Frieden und gegenseitigen Respekt. Fehlt dieses Wissen den nachfolgenden Generationen wird es schwer, anderen die eigenen kulturellen Werte zu vermitteln.“

„Nächsten Generationen muss die Möglichkeit gegeben werden nachzuvollziehen, was man durch (kunst-)historische Forschungen herausgefunden hat. Die Dinge muss man erzählen lassen, solange sie nicht zerstört werden.“ (oder verfallen)

„Shared Heritage – geteiltes Kulturerbe – meint, dass die historischen Kunstschätze nicht nur dem Besitzer oder Einheimischen „gehören“. Teilhabe an Kultur, Kunst, wissenschaftlichen Fortschritt ist ein Menschenrecht und somit sollten diese Kunstgegenstände allen Interessierten erfahrbar gemacht werden. Dabei ist es gut, darüber lesen und hören zu können, aber vor allem ist das Besichtigen wichtig.“Denn nur die visuelle Aufnahme ermöglicht erst ein echtes Bestaunen und Begreifen des interessierenden Gegenstands.

Vor allem an die angehenden Lehrer gewandt, aber auch an alle anderen, die etwas präsentieren, meinte sie:

„Gelungene Präsentation ist von maßgeblicher Bedeutung zum Erfassen von Details, um diese ins Ganze zeitlich, räumlich und inhaltlich einbetten zu können. Dabei ist von allen Beteiligten zu klären, wie gemeinsam über ein Ding geredet wird, was schreibt man sich auf die Fahnen, wen möchte man mit einer Präsentation erreichen und wie versuche ich das, was nehmen die Leute mit. Nicht alles ist für jeden wichtig, es gibt verschiedene Zielgruppen. Dabei ist das gemeinsame Erfahren in den Vordergrund zu stellen und nicht nur eine einseitige Belehrung. Kinder sollten dabei erfahren, dass es den Erwachsenen wichtig ist, ihr Wissen und Andenken weiter zu geben. So kann auch bei der Einbindung von Fremden mit anderen Horizonten aus ihrer bisherigen Erlebniswelt heraus in die unsrige hinein geholfen werden.“

In Cappenberg können wir uns also gleich über zwei große Jubiläumsfeiern im Jahr 2022 und den damit verbundenen Veranstaltungen freuen. Freuen wir uns dabei auch auf viele Besucher von auswärts, die Interesse an „unseren“ Schätzen haben. Es wäre wirklich einmalig toll, wenn man von Kindern und interessierten Laien bis hin zu (kunst-) historischen Profis viele Menschen erreichen könnte und so alle Teilnehmer eine vielleicht neue, aber auf jeden Fall adäquate Wertschätzung all unserer interessanten und wertvollen Dinge hier in Cappenberg von den verschiedenen Veranstaltungen mitnehmen.

Ich bedanke mich bei Frau Prof. Welzel, dass ich ihre Gedanken und Ausführungen (kursive Schrift)hier im Pfarrbrief weitergeben durfte.

An dieser Stelle möchte ich zudem auch bereits jetzt eine Anfrage starten. Vom 26.-28. September 2019 wird es in Cappenberg eine wissenschaftliche Tagung „Cappenberg: Der Kopf, das Kloster und seine Stifter“ , also zu Themen um den historischen Ort Cappenberg und die damit verbundene Region geben, zu der auch eine Anzahl auswärtiger Teilnehmer erwartet wird. Möglicherweise besteht bei dem ein oder anderen dieser Gäste das Interesse, in der Nähe zu übernachten. Da es in Cappenberg selbst ja nun mal keine Hotels gibt, könnte man versuchen, diese Gäste in Privatquartieren unterzubringen. Bed (and Breakfast) für ein bis zwei Nächte – vielleicht könnten auch Sie sich vorstellen einmal Gastgeber zu spielen? Das ein oder andere interessante Gespräch ist sicherlich inklusive. Falls Sie gerne bereit wären, in dieser Zeit Gäste zu beherbergen, würde ich mich über eine kurze Information darüber freuen (Tel. 02306 57575). Nur wenn Gastgeber zur Verfügung stehen, könnte man ein entsprechendes Angebot von Bed (and Breakfast) in Cappenberg/Langern den Interessierten bei der Anmeldung zu diesem kleinen Kongress mitteilen.

Weitere Informationen zu Aktivitäten hin zum / rund um das Jubiläumsjahr 2022 werden folgen.

Gudrun Funke

Michael Funke2022 – Informationen